voyom
Sprich: Woojomm

Die Stimme im Körper - ein Übungsterrain und mehr

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Eleonore Stolze, ohne Titel
Email auf Kupferplatte






Auf dieser Seite erzähle ich über meine Arbeit am Voyom. Es geht um die Wahrnehmung der eigenen Stimme im Körper, und was sich damit anfangen läßt. Im Laufe vieler Jahre habe ich mir unzählige Fragen gestellt, Erfahrungen gesammelt und auch immer wieder einmal an der Sinnhaftigkeit einer ausführlichen Beschäftigung mit dem Voyom gezweifelt. Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass diese Beschäftigung sinnvoll ist und dass das Voyom auch für andere Menschen hilfreich sein kann.

Seit Ostern 2014 gibt es auf dieser Website eine systematische Darstellung, die laufend ausgebaut wird. Einige Rückmeldungen zeigten mir, dass die Arbeit damit wesentlich mehr Anstrengung und Hartnäckigkeit erfordert, als ich erwartet hatte. Um den Zugang zum Voyom zu erleichtern, beginne ich nun in der Form des Erzählens meine Erfahrungen und Ideen hier aufzuschreiben. Durch Links zum Bereich der systematischen Darstellung wird immer wieder die Möglichkeit gegeben sein, auch konkrete Übungen mit einzubeziehen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern neue Einsichten und möglichst auch reizvolle praktische Erfahrungen
mit ihrer Stimme, ihrem Körper, ihrem Geist -
kurzum: Freude an dieser Lektüre
und an eigenen Erlebnissen.

Bremen, im Oktober 2018
Heinz Stolze

Dieser Blog ist meiner Mutter, Eleonore Stolze, gewidmet.




Kontakt für Fragen: Mail

Fragen zum voyom und zu diesem Blog sind willkommen.




Grundlegendes

was ist voyom

wozu voyom








wieso voyom




wie kam es dazu




Voyom kann man als ein Tönen mit der Stimme in den eigenen Körper beschreiben. Im wesentlichen geht es darum, auch die Wahrnehmung des akustischen Schalles, der im Körper entsteht und wirkt zu gestalten und zu nutzen. Dabei bieten sich viele Möglichkeiten, wie etwa: Die Stimme verbessern, Teile des Körpers entspannen oder aktivieren, Musik machen, den Körper, Geist und Seele verbinden. Auch zur Linderung körperlicher Schmerzen und von Depression kann voyom hilfreich sein. Das voyom läßt sich in alle möglichen Arten von körperlich-geistiger Arbeit einbringen, wie etwa Yoga, Alexandertechnik, Feldenkraisarbeit, Atemübungen, Achtsamkeitstraining. Auch beim Tanzen und beim Sport gibt es Verwendung dafür. Kurz und gut: es ist ähnlich, wie wenn man fragt, wozu das Singen gut sei. Es ist unmöglich, Alles aufzuführen und es gibt sicher noch viele unbekannte Möglichkeiten.

Wieso heißt es voyom? Dieses Wort setzt sich zusammen aus:
vo für vokal, also mit der Stimme
yo als Hinweis darauf, dass das Voyom ähnlich wie (westliches) Yoga praktiziert werden kann - nicht muss!
m auf dem Laut m werden viele Übungen des Voyom durchgeführt

Als ich vor vielen Jahren eine Ausstellung besuchte, bekam ich vom langen Stehen wieder mal den Schmerz in der Lendenwirbelsäule. Der vergällte meine Freude beim Betrachten der Gemälde erheblich. Warum auch immer - ich begann leise zu summen und: Der Schmerz ließ nach. Dabei machte ich gleich eine wichtige Erfahrung. Ich konnte ja nicht so laut summen, dass es die anderen Kunstfreunde störte, sie sollten es doch keinesfalls bemerken. Und so summte ich auf Minimalpegel und erfuhr gleich, dass es weniger auf die Vibrationsstärke ankommt, als auf die mentale Ausrichtung. Im Laufe der Zeit habe ich die positive Auswirkung meiner ersten voyom-Erfahrung weiter erkundet. Mit verschiedenen Lauten und Tonhöhen verfolgte ich, wo im Körper die Stimme besonders gut wahrnehmbar ist. Es kamen dann Erfahrungen mit verschiedenen Haltungen (Posen) und Anspannungen bestimmter Muskeln und mit dem Einfluß der Atembewegung hinzu. Ich fand es faszinierend, wie sich das Klangfeld der Stimme durch den Körper navigieren läßt, und dass es auch an Muskeln und Organen bestimmte Auswirkungen hat. Ich erlebte, dass auch musikalische Aspekte, wie die Tonalität, die Wirkung dieses Körperklanges beeinflussen. Das heißt beispielsweise konkret: Beim Tönen einer Melodie in einer bestimmten Tonart gibt der Grundton dem Bauch ein ganz anderes Gefühl als etwa die Sept (7. Ton der Tonleiter). Auch Dur und Moll wirken verschieden. Dem entsprechend haben musikalische Motive über das Voyom eine besondere Wirkung auf die Körper-Seele-Geist-Verbindung. So entstanden neben anderen Übungen solche mit speziell für das Voyom komponierten Tonfolgen. Zu Ostern 2014 habe ich dann begonnen, auf dieser Website eine systematische Darstellung der Voyomübungen (=voyomos) zu präsentieren.


Auf der Suche nach dem voyomono






Die Idee des voyomomos















voyomono-Idee, 2016

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2 3 4 x5_
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1 2 3 x4_
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Tönen auf den einströmenden Atem













Klangwahrnehmung im Körper
Klangfeld, Klangfokus (tonal gesteuert)














Mehrstimmige Klangwege im Körper












Spiegelung eines Habitus beim Tönen









Advent-voyomos
mit Anleitungen zu mehrstimmigen
Körperklangerfahrungen






Was ein voyomono bieten muß










Eine voyomono-Idee mit spirituellem Hintergrund
















GENERELLE ANMERKUNG
voyom und Singen
es geht primär ganz ohne singen









Körperschall bei Eintauchen in Wasser







Sinngehalt von voyomos








voyomos und Embodiment


Mit dem voyomono steige ich gleich in meine aktuelle Arbeit ein (Ende Oktober 2018). Ich überlege, wann ich damit angefangen habe und finde als ältestestes Dokumente dazu den Schriftzug, der das voyom-Logo mit dem "mono" ergänzt (links). Die Datei habe ich im Juli 2017 erstellt, und in einem Stichworte-Dokument findet sich ein erstmals am 10.12.2016 notiertes Voyomono. Ich bin mir heute sicher, dass ich mein voyomono gefunden habe und bin jetzt gerade selbst gespannt, was in den älteren Dokumenten steht, welche Versionen mir in den letzten zwei Jahren vorschwebten, in denen das Thema mich beschäftigt hat. Aber zunächst fehlt an dieser Stelle ja noch etwas ganz Wichtiges: die Antwort auf die Frage, was denn eigentlich ein voyomono sein soll.


Nun, ein voyomo (ohne angehängtes mono!) ist eine Voyomübung und "mono" heißt "allein" (Monozelle), zusammen ergibt das ein voyomomono, oder schöner: voyomono. Die Idee des voyomomos ist: Kann ich eine Übung finden, aus der allein sich das ganze Voyom erschließen läßt. Eben eine Schlüsselübung des Voyoms. Zudem soll diese Übung leicht sein, ganz einfach nachzusingen, kurz, gut zu merken, am besten ein kleiner Ohrwurm (dabei bitte eine grüne Comicfigur mit einem umwerfend sympathischen Grinsen vorstellen!), dessen Zwillingsbruder im Körper unterwegs ist. Auch soll es leicht möglich sein, sie durch kleine Umwandlungen und Ergänzungen weiter zu entwickeln und mit ihr auch komplexere Fähigkeiten und Anwendungen zu vermitteln. Eine solche Übung habe ich gesucht, weil mehrere am Yoyom Interessierte mir mitteilten, dass das Erlernen anhand der systematischen Darstellung auf dieser Website doch recht kompliziert sei. Der folgende Rückblick auf die Suche nach d e m voyomono soll vor allem auch einige Aspekte der Voyom-Praxis aufzeigen.



Nun lasse ich mich also selbst überraschen und finde zu meiner Freude die Notation meiner ersten voyomono-Idee vom Dezember 2016. Die Darstellung links soll hier nur einen allgemeinen Eindruck der im voyom üblichen Notierung von Tönen, Körperregionen und Atmung vermitteln.

Ich erkenne ein voyomono wieder, das ich inzwischen weiter entwickelt habe und mit dem Arbeitstitel "Kaskade" bezeichne. Man schwingt mit dem Klangfeld vom Herz bis zur Schädeldecke und abwärts eine Stufe tiefer bis zum Bauch, dann hoch bis zur Kopfmitte und runter bis zum Becken... Alles sehr schön weich und elegant, und: Ganz toll sind die Körperklänge auf den oberen Wendestellen (Schädeldecke, Kopf, Schultergürtel), zumal sie elegant inspiratorisch gesungen werden. Das heißt, man tönt nicht beim Ausatmen, sondern beim Einatmen, wie man es mitunter beim Schluchzen oder Gähnen auch tut. So leicht mir das inzwischen fällt, so hinderlich ist es für eine erste Übung. Natürlich kann man die Töne auch "normal" (inhalatorisch) tönen, aber das würde gerade dieser Übung den ganzen Charme und die Wirkung nehmen. Dieses Thema "inhalatorisch" wird hier im Blog später noch ausführlich zu behandeln werden. Denn natürlich möchte jeder, der beim Einatmen tönen soll, und es derzeit nur mit Gaumenrachenzungenverrenkungen, gefolgt von strohtrockenem Hals und Hüstelzwang, zustande bekommt, gern wissen, wozu das gut sein kann. Hier nur kurz: Es geht auch ganz locker, besonders auf den Laut m und ermöglicht gefühlt das Tönen ohne Pause und damit durchgängiges voyomo-Wohlgefühl. Außerdem ist es so gut wie unverzichtbar beim "Voyomieren" zu Yogaübungen.



In den skizzierten Ergänzungen zu dieser Übung sehe ich Anleitungen zu wunderschönen Klangfeldverschiebungen im Körper, bei festgehaltener Tonhöhe. Unter anderem erfolgt eine Verschiebung des gefühlten inneren Klangfeldes vom Kopf zum Becken. Dieser Verschiebung folgt man dann auf dem Tonweg, also, indem man auch mit der über bestimmte Töne gesteuerten, fokusierten Klangwahrnehmung vom Kopf zum Becken hin steuert. Zugegeben: Das ist nicht so leicht verständlich. Wer es jetzt genauer erfahren möchte, kann dazu der Anleitung für das Advent-voyomo 4: Klangfluß Kopf-Becken folgen.

Im weiteren Verlauf werden die Notizen recht üppig, die notierte Übung soll noch durch zwei einfache Übungen ergänzt werden. Das erschien mir dann offenbar später doch für ein echtes "mono" zu unpassend. Besser wäre es doch, dass das voyomono selbst einfach und dabei auch vielfältig genug ist.



Interessant sind weitere Notizen, die eine zweistimmige Ausführung und auch eine dreistimmige beschreiben, auch in Kanonform. Damit tut sich das Thema "Wahrnehmung einer Partnerstimme im eigenen Körper" auf. Auch hierzu soll hier später Ausführliches erscheinen. Jetzt nur in Kürze folgendes: Wenn ein anderer Mensch auf einem Ton tönt, empfinden wir sehr deutlich seine körperlichen Aktivitäten, wir ahmen sie sogar unwillkürlich nach, ohne diese neuronale Spiegelung (siehe ggf. im www unter "Spiegelneuronen") zur muskulären Ausführung kommen zu lassen. Es gibt ein schönes Beispiel zu einer solchen Spiegelung, das viele Menschen mit wenig musikalischer Erfahrung, denen ich davon erzählt habe, erstaunt hat: Eine Chorleiterin gibt den Tenören ihren Anfangston vor, sie singen ihn nach, aber es ist nicht der Ton, der ihnen vorgesungen wurde. Trotzdem empfinden sie das so. Entsprechend ist es, wenn ein Chorleiter den Sopranistinnen einen Ton vorsingt. Die Frauen singen eine Oktav höher (mit doppelter Grundfrequenz), die Männer eine Oktav tiefer. Die Choristen singen diesen Ton ganz ohne zu überlegen, weil sie vor allem den Habitus (körperliche Einstellung) abnehmen, sozusagen spiegeln und dabei zur Bestimmung der Oktavlage die akustische Frequenzstruktur nicht mehr zur Geltung kommt. In der Tat meinen die meisten auch, genau den Ton, den sie singen, gehört zu haben. Diese Spiegelung des Habitus ist so stark, dass man beim voyom den Ton eines Gegenüber sehr leicht in sich selbst als virtuelles Klangfeld fühlen und auch einer bestimmten Körperregionen zuordnen kann. Das ermöglicht komplexe Körpergefühle und Aktivierungen, letztendlich eine nichtverbale Kommunikation über Körperklang. Ich weiß, dass man das für sehr abgefahren halten kann. Aber letztendlich kann jeder ja ausprobieren, wie es für ihn ist. Es gibt vier voyomos, die so gestaltet sind, dass man damit einen guten Zugang zur Praxis des voyoms gewinnen kann. Ich habe sie Advent-voyomos genannt, wobei Advent im Sinne von einem "Dazukommen (= advenire) zum voyom" gemeint ist. Die Übungsbeschreibungen erschienen auf dieser website im Advent 2016. Alle vier enthalten Anleitungen für mehrstimmige Erfahrungen. Wer keinen voyom-Partner hat, kann auch zu den Audio-Demonstrationen tönen, allerdings vermitteln diese nur sehr indirekt den Habitus des Partners.



Zusammenfassend lassen sich nun diese Forderungen aufstellen: Das voyomono muss einfach lernbar und kurz sein, es soll gut ausbaubar sein, dazu auch in einer Fassung mit nur expiratorisch erzeugten Töne überzeugen. Ferner sind erforderlich: gute Gelegenheiten zur Klangverschiebung auf einem konstant gehaltenen Ton und Eignung für eine Erweiterung zu einfacher Mehrstimmigkeit. Dazu kommt, dass es keinen zu großen Tonumfang haben sollte, eine Oktav ist erfahrungsgemäß für einige Menschen schon zu viel. Das voyomono sollte auch mit einem bequem singbaren Umfang von nur einer Sext mit Freude und Erfolg praktiziert werden können.



Im Frühjahr 2018 war mir ein voyomo sehr nahe, und ich habe es für ein gutes voyomono gehalten. Es hat einen spirituellen Hintergrund, im wesentlichen geht es um eine Verbindung mit dem gesamten All, sozusagen dem Weltengeist, für gläubige Menschen mit Gott. Das voyom ist für die Darstellung der Verbindung des Körpers mit der Außenwelt sehr geeignet, weil man mit dem Stimmklang das Innen und das Außen besonders gut als miteinander verbunden erfahren kann. Ich habe mit diesem, bisher nicht veröffentlichten voyomo (Arbeitstitel "Hier bin ich") viele gute Erfahrungen gemacht. Als voyomono erscheint es mir aber jetzt weniger geeignet, da es für meine heutigen Begriffe zu lang und zu schwer ist. Der Umfang beträgt mehr als eine Oktav (eine Quarte mehr), und es kommen Oktavsprünge vor, die doch gehobene sängerische Anforderungen stellen. Eine vereinfachte Form hat mich nicht so recht überzeugt, auch denke ich, dass der vorliegende spirituelle Ansatz für einen Einstieg in das Voyom zu übermächtig ist, und dass der falsche Eindruck entstehen könnte, das Voyom sei im Grunde eine spirituelle Angelegenheit. Das ist es ebensowenig, wie etwa das Singen.




voyom ist primär keine erweiterte Art des Singens.
Es könnte aufgrund meiner Ausführungen zum voyomono der Eindruck entstehen, dass Voyom eine Art zu singen sei. Das ist es im Kern nicht, Singübungen sind nur eine der vielen Möglichkeiten, die das voyom bietet. Es geht darum, beim Tönen - das auch vollkommen unmusikalisch sein kann - den Schall im Körper ähnlich wie den nach außen abstrahlenden Schall zu empfinden. Ein einfaches Beispiel dazu ist ein "body scan", bei dem man mit verschiedenen Tonhöhen und Klangeinstellungen mental durch seinen Körper geht, unterstützt von Schallempfindungen. Die Klangeinstellungen der Stimme können durch Mundform, Kieferöffnung, Zungenposition, Gaumeneinstellung etc. gebildet werden, das Klangfeld im Körper kann modifiziert werden durch verschiedene Positionen, Muskelspannungen, Zähne locker oder zusammengebissen, Berührungen mit dem Boden und weitere Einstellungen. Sehr interessant ist auch die Körperakustik, wenn man im Wasser ist. In der Badewanne kann man merken, wie der Schall fast ungehindert aus dem Körper in das Wasser geht und durch die Reflexion von den Wänden wieder zurück in den Körper kommt. In freien Gewässern geht sehr viel Schall durch die Körperoberfläche nach außen und das Schallfeld im Körper wird entsprechend schwächer.




Zurück zur Suche nach dem voyomono! Es wäre sicher schön, wenn es einen Sinngehalt hätte - besser gesagt: tragen könnte. Zu vielen voyomos gibt es einen Text, wie bei einem Lied, so auch zu meinem Favoriten aus dem Frühjahr 2018. Statt durch einen Text kann ein Sinngehalt aber auch gut durch Gesten dargestellt werden. Und viele voyomos können durchaus als Gesten im Sinne von Bewegungen des inneren Klangfeldes und Bewegungen in diesem Klangfeld angesehen werden.



Bemerkenswert ist, dass Voyomos ebenso wie Lieder in der Lage sind, verschiedene Texte und auch verschiedene Stimmungen zu tragen. Das kennt man von Liedern mit verschiedenen Stophen und auch von Melodien, die ebenso einem Kirchenlied wie einem ordinären Gesang zugrunde liegen. Dennoch hat jedes voyomono einen einzigartigen Charakter und vermag nicht-verbalisierbare Gegebenheiten zu tragen und so auch auf unbewußte Prozesse einzuwirken. Man darf dabei davon ausgehen, dass es durch seine intensive Verkörperung relativ starke psychische Auswirkungen im Sinne des Embodiment (siehe ggf. https://de.wikipedia.org/wiki/Embodiment) haben kann.



Sinngehalt: Aufrichtung











das endgültige voyomono

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Übungsbeschreibung voyomono
Zu dem aktuellen voyomono passt der Sinngehalt der Aufrichtung vom Vierbeiner zum Zweibeiner, die wir Menschen im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte (Phylogenese) vollzogen haben. Durch die Aufrichtung zum Stehen sind sozusagen unsere "Vorderbeine" zu Armen mit Händen geworden, wir sind nun frei zum Handeln im weitesten Sinne. Unser Kopf hat sich erhoben, und damit hat sich unser Blickfeld geweitet. Eng verbunden mit dem Aufrichten ist eine Absenkung des Kehlkopfes, die erst die typisch menschliche Gestaltung der Stimme ermöglicht. Aufgerichtet sein ist vor allem auch ein geistiger Prozess. Er kann durch eine achtsame Wahrnehmung der eigenen Stimme in uns immer wieder neu erkundet und gefördert werden.



Das voyomono ist auf dieser website derzeit noch nicht beschrieben (Stand 26.11.18). Seine Notation ist links zu sehen. Die Ziffern geben zum einen Körperregionen an, zum anderen Tonhöhen. Sie zeigen im wesentlichen folgendes an: es geht auf einer Tonleiter von den Füßen bis zum Becken, in einem zweiten Aufschwung von dort bis zum Schultergürtel, dann auf inhalatorischem, langen Ton in den Kopf und schließlich wieder normal (exhalatorisch) tönend durch den Oberkörper zum Becken zurück. Eine ausführliche Beschreibung und Übungsanleitung wird demnächst im systematischen Teil dieser Website eingestellt. Damit ist also die Suche nach dem voyomono beendet. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass es wirklich schnell zu erlernen ist und auch besonders gut zum gemeinsamen Tönen geeignet ist.



Nachtrag im Januar 2019: Inzwischen gibt es eine Webseite zum ersten voyomono-Kurs in Hamburg. Dort wird das voyomono vorgestellt und es werden Übungshinweise gegeben: www.voyom.de/voyomono




Themen, laufend

Block 2018/1 (ab November)




Warum vier einfache Voyomos
"Advent-voyomos" genannt werden

















Das Klangfeld bei verschiedenen Körperhaltungen














Klangverschiebungen beim Atmen










Klangbrücken













voyomoga: voyom und yoga

auf Quinte x5X1





zweistimmig, v i e l s t i m m i g






vorab als Hinweis: habituelle versus akustische Tonhöhenwahrnehmung im Vergleich von Frauen- und Männertönen






die voyomoga-Basisübung
3*(x5X1)x8X1


















Meditationshilfe voyom



Flash, Shower

















Die vier bereits weiter oben erwähnten Advent-voyomos sind einfache Übungen, die so angelegt sind, dass man mit ihnen einen ersten Einblick in das voyom bekommen kann. Bereits mit 10 Minuten pro Übung ergibt sich eine gute Übersicht und je nach Interesse kann man diese oder jene der Übungen vertiefen. Ich habe sie im November 2016 für die Adventszeit zusammengestellt und zu den Anleitungen, die unter Advent-voyomos zu finden sind, ausgebaut. Der Name ergab sich aus der Idee, dass sie besonders gut für die Adventszeit geeignet seien, und man sich von der 1 bis zur 4. Adventswoche jeweils einem dieser voyomos widmen könnte. Nach Weihnachten wäre es an der Zeit gewesen, sie umzubenennen. Der Name hatte sich für mich aber immer gut angefühlt für diese Übungen. So beschloss ich, sie weiterhin Advent-voyomos zu nennen. Denn das lateinische "Advent" läßt sich wörtlich übersetzten als ein "Dazukommen", und die Übungen sind bestens geeignet, um zur Schar derjenigen, die das voyom praktizieren, dazu zu kommen. Zudem sind sie auch für ein wirkliches "Zusammenkommen" insofern sehr förderlich, als alle vier mehrstimmige Ausbauformen haben, und damit das Zusammenkommen im voyom besonders intensiv erlebt werden kann. Fazit: Sie sind zu allen Jahreszeiten empfehlenswert und sind zudem in der Adventszeit besonders passend.



Bereits in den Anfängen des voyom war es klar, dass das Schallfeld der Stimme im Körper sich ändert, wenn man verschiedene Haltungen annimmt. Die veränderte Geometrie des Körpers und seiner Teile und die Änderungen der Spannungen der Muskeln, Sehnen, Faszien und Organe schaffen für den Schall andere Ausbreitungsbedingungen. Das läßt sich zum Beispiel leicht erfahren, wenn man einen angenehmen Ton summt und die Köperwahrnehmung für folgende Haltungen vergleicht: normal aufrecht stehen, vornüber gebeugt stehen und stehen mit Bauch nach vorn geschoben, Schultern nach hinten. Eine sehr deutliche Auswirkung ist auch zu spüren, wenn man zunächst die Arme und Hände locker neben dem Körper fallen läßt und dann bei weiterhin hängenden Armen die Handflächen in die Horizontale kippt, also um etwa 90 Grad im Handgelenk dreht. Die Fingerspitzen zeigen nach vorn. Dabei tritt i.a. eine sehr starke Wahrnehmung des Schallfeldes im hinteren Übergangsbereich vom Handgelenk zum Unterarm auf, mitunter auch in den Fingern. Aus dieser Stellung heraus kann man eine deutliche Schallwahrnehmung in Unter- und Oberarm erreichen, indem man die Arme so verdreht, dass die Fingerspitzen schräg nach hinten zeigen.

Auch die Bewegungen des Atmens führen zu verschiedenen "Haltungen" von Zwerchfell, Lunge, Herz, Leber etc. , die ja während des Atmens ihre Lage, Aufhängung und Form deutlich verändern. Damit gehen Änderungen des Schallfeldes einher, die sich wahrnehmen lassen. Bei mir stelle ich im Sitzen auf einem Stuhl beim Ausatmen und Tönen mit konstanter mittlerer Lautstärke im Rücken eine Absenkung der Zone der stärksten Klangwahrnehmung nach unten in den Bereich der Lendenwirbelsäule fest. Allerdings kann es beim ersten Ausprobieren eher ein ansteigendes Fühlen dieser Klangzone vom Oberkörperbereich hin zum Kopf geben. Das hängt daran, dass man im allgemeinen ungewollt mit der Lautstärke nachlässt und auch mit der klangbildenden Aktivität von Zunge, Gaumen, Kieferöffnung. Der leiser werdende, modifizierte Klang geht per se mehr in den Kopf. Dieses Ansteigen ist also keine Folge der Atembewegung.

Mit dem Thema Klangfeld und Körperhaltungen öffnet sich ein weites Gebiet für interessante Erfahrungen. Dabei spielen auch Klangbrücken eine große Rolle. Eine solche Brücke entsteht zum Beispiel, wenn man im Sitzen die Handflächen auf die Oberschenkel legt. Dabei können Schallwellen nun nicht nur vom Kehlkopf über Oberkörper und Becken zu den Oberschenkeln laufen, sondern auch über die Arme. Zudem läuft auch Schall von den Oberschenkeln in die Arme hinauf und weiter. Die Verhältnisse sind recht komplex , vor allem, wenn man sich mit den Händen stark auf dem Oberschenkel abstützt. Es ist dann deutlich das Schallfeld in der Kontaktfläche zwischen Händen und Oberschenkeln zu spüren. Auch das wahrnehmbare Schallfeld im Rücken ändert sich beim Übergang zum Abstützen durch die dort entstehende Laständerung deutlich.



Wie lassen sich diese Erfahrungen nutzen? Ein interessanter Ansatz ist es, zu tönen, um beim Yoga den Körper noch intensiver zu spüren. Ein guter Einstieg in das "voyomoga" ist das Üben mit der Tonfolge x5X1 auf einem M. Also auf Ton 5 (= fünfte Stufe der Tonleiter) einatmend tönen, auf Ton 1 (= erste Stufe der Tonleiter) ausatmend, sozusagen normal. Anders formuliert: das Intervall einer Quinte singen, den hohen Ton einatmend, den tiefen ausatmend. Damit lassen sich bei allen Yogaübungen, die mit bewußtem Atmen durchgeführt werden, neue Körperwahrnehmungen gewinnen und die Auswirkungen auf Seele und Geist ausbauen.
Eine besonders angenehme Seite ist: Man kann mit anderen Menschen beim voyomoga über die Stimme in intensiven Kontakt treten. Gerade die Quinte ist ein wunderbares Intervall. Denn es entsteht immer ein harmonischer Zusammenklang, der besonders reizvoll ist, wenn sich in einer größeren Gruppe jeder in seinem eigenen Zeitmaß bewegt und entsprechend tönt. Die nichtverbale Kommunikation über diese Kläge kann ich kaum beschreiben, man muss sie erleben.

Hinweis: Wenn Männer und Frauen zusammen tönen, kommt es zu Mehrdeutigkeiten der Tonhöhenwahrnehmung, die dadurch bedingt sind, dass je nach Wahrnehmungseinstellung der normalerweise getönte Oktavversatz verschieden wahrgenommen werden kann. Das ermöglicht sehr tiefgehende Erfahrungen und Anregungen, über die ich später ausführlicher schreiben möchte. Mein aktueller Arbeitstitel dazu ist: habituelle versus akustische Tonhöhenwahrnehmung. Bei ersterer orientiert man sich an der körperlichen Aktivität der Singenden und vernimmt bei Mann und Frau dieselbe Tonhöhe, obwohl akustisch die Tonhöhe der Frau eine Oktav höher liegt.


Eigentlich möchte ich hier im Blog keine Übungen beschreiben. Andererseits kann ich dem jetzt nicht so ganz widerstehen, einfach, weil mich die Übung derzeit fasziniert, und darum auch in diesen Blog gehört. Andererseits fände ich es unfair, wenn ich hier schreiben würde, wie toll sie ist und dass ich sie später mal beschreiben werde. Also baue ich eine kurze Beschreibung ein und profitiere dabei davon, dass das zugehörige Tönen in der Advent-Übung 3 beschrieben ist.

Die Tonfolge ist dreimal x5X1, dann x8X1, dazu geht man wie folgt in die Körperhaltungen (Asanas) bitte ggf. "googeln":

Kuh Katze Kuh yoga
mudra
Kuh Fersensitz
Hände hoch
Kniestand Katze
x5 X1 x5 X1 x5 X1 x8 X1

yoga mudra: Stellung des Kindes

Diese Folge kann man beliebig oft durchführen. Für mich hat sich für verschiedene Anwendungen ein Block von drei Durchgängen bewährt. Zum Beispiel in Verbindung mit anderen voyomos: dreimal vorher, dreimal nachher.

Diese Basisübung ist bei entsprechender Ausführung als Meditation geeignet. Ich habe die Erfahrung, dass das voyom insbesondere auch bei Unruhe gut hilft, in einen meditativen Zustand zu kommen.

Flash und Shower ermöglichen Intensiverfahrungen des Klangfeldes der Stimme im Körper.
Flash: kurze, markante Änderung
Shower: Nachgefühl nach einem Flash

Durch den Einsatz eines Flash wird gerade die beschriebene voyomoga-Basisübung zu einem tiefen Erlebnis und auch zu einem wirkungsvollen Werkzeug, um die eigene Stimmung positiv zu beeinflussen. Der Flash wird hier durch einen kurzen Biß erzeugt, also Backenzähne fest aufeinander pressen und gleich wieder lösen. Auf jedem der Töne wird nach ca 1/3 der Gesamtdauer ein Flash gesetzt. Auf dem restlichen Ton verfolgt man den Shower, also die Änderungen der Klangwahrnehmung, die ähnlich den Empfindungen beim Anduschen durch den Körper zu strömen scheinen.



Themen, laufend

Block 2019/1 (ab Januar)


Zum Kurs "voyomono"
in Hamburg im Januar
Bezüglich voyomono siehe ggf. weiter oben unter "Auf der Suche nach dem voyomono"

Im Januar habe ich in Hamburg für eine Kleingruppe den ersten Kurs zum voyomono gegeben. Dabei habe ich neben der Grundform auch weitere Übungen vorgestellt, die mit dieser zusammen eine Kleine voyomono Suite bilden. Die Webseite, www.voyom.de/voyomono, die ich zunächst nur für die Teilnehmer erstellt hatte, habe ich inzwischen ausgebaut. Sie gibt nun einen guten Einblick in das voyomono und ermöglicht es, das voyomono und weitere Übungen auch ohne Kurserfahrung durchzuführen.


Zu Klaviermusik: Klangflut im Körper Drei Übungen, die übrigens keine besonderen Erfahrungen im Voyom voraussetzen, sind im Kurs besonders gut angekommen. Dabei tönt man lange Töne und fokussiert die Klangwahrnehmung im Körper auf bestimmte Regionen. Durch die Klaviermusik wird die Wahrnehmung der Töne und des Körpers moduliert. Je nach Bedarf kann man dies als reine Entspannung genießen oder aber auch als Anregung erfahren. Ich selbst liege dabei gern auf einem Teppich auf Holzfußboden, wobei die Vibrationen meiner Stimme auch den Boden erreichen und von dort auch wieder in den Körper eintreten.
Anhand der bereitgestellten Audio-Dateien sind diese Übungen ohne weitere Vorbereitungen oder längere Anleitungen durchführbar, da man die langen Töne leicht mitsummen kann, und die gerade anzusteuernden Körperregionen angesagt werden.
Zu den Übungen (blauer Bereich, unten auf der Seite)

Sieben Psalm-Voyomos
Zur Ruhe kommen
Still werden
Zur Ruhe kommen und still werden - wer wünschte sich nicht Mittel und Wege, dies immer wieder einmal tun zu können. Im www fand ich vor etwa zwei Jahren unter "Exerzitien für den Alltag" eine Auswahl von Psalmentexten, zusammengestellt von Hildegard Aepli und Thomas Ruckstuhl.
http://www.geistliche-begleitung.ch/files/6913/6666/5342/Exerzitien_im_Alltag.pdf
Sieben vorwiegend kurze Textabschnitte sind dem Stillwerden gewidmet (Seite 10-16). Zu den Psalmtexten werden ergänzende Texte, Impulse und Meditationshinweise gegeben.

Die Texteauszüge der Psalmen haben mich vor etwa zwei Jahren zu sieben Voyomos (voyom-Übungen) angeregt. Ich war mir lange nicht klar darüber, ob ich sie auf dieser Website einstellen sollte. Nun habe ich mich dazu entschlossen. Denn diese Voyomos können wirklich etwas Ruhe in die Seele bringen, auch wenn man sie nur anhört, vielleicht auch hier und da mitatmet. Intensiver wird es, wenn man die zugehörigen Körperwege mitgeht und auch den Text reflektiert - am intensivsten natürlich, wenn man sie selbst ausführt.
Was mich zudem zur Bereitstellung veranlasste, war, dass sich anhand dieser "Voyom-Lieder" besondere Gestaltungsmöglichkeiten des voyoms erkennen und erleben lassen, wenn man so will, könnte man auch von Kompositionsmöglichkeiten sprechen.
Zu den Sieben Psalm-Voyomos